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Kalte Progression: Die heimliche Steuererhöhung – und was 2026 dagegen getan wurde
Gehaltsplus, aber real weniger im Geldbeutel? Das ist kalte Progression. Wie sie funktioniert und wie der Tarif 2026 gegensteuert.
Du bekommst eine Gehaltserhöhung, die gerade die Inflation ausgleicht – und stehst hinterher schlechter da als vorher. Klingt paradox, hat aber einen Namen: kalte Progression.
Der Mechanismus dahinter: Der Einkommensteuertarif ist progressiv – je mehr du verdienst, desto höher der Steuersatz auf jeden zusätzlichen Euro. Steigt dein Gehalt nur nominal, um die Inflation auszugleichen, rutschst du trotzdem in einen höheren Steuerbereich. Real kannst du dir danach weniger leisten, obwohl du brutto mehr verdienst. Der Staat nimmt mehr ein, ohne ein einziges Gesetz zu ändern.
Genau deshalb wird der Tarif regelmäßig angepasst. 2026 wurde der gesamte Verlauf nach §32a EStG nach rechts verschoben: Der Grundfreibetrag stieg auf 12.348 Euro, und auch die Eckwerte der Progressionszonen wurden angehoben. Damit soll verhindert werden, dass die Inflation als versteckte Steuererhöhung wirkt.
Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift 2026 ab rund 69.879 Euro zu versteuerndem Einkommen, die sogenannte Reichensteuer von 45 Prozent ab 277.826 Euro.
Ob der Ausgleich in deinem Fall reicht, hängt von deiner Gehaltsentwicklung ab. Prüfe mit dem Einkommensteuer-Rechner, wie sich ein höheres Brutto bei dir auswirkt.
